Neiße

Aus Stadtwiki Görlitz
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Über die Neiße

Die Lausitzer Neiße ist der Grenzfluß zwischen dem deutschen Görlitz und dem polnischen Zgorzelec. Heute verbinden vier Brücken: die Stadtbrücke, die Altstadtbrücke, das Viadukt und die Brücke im Ortsteil Hagenwerder) beide Seiten. Der durchschnittliche Neißepegel in Görlitz (Messstelle Hirschwinkel) liegt bei 1,85 m bei einem Süd-Nord-Durchfluß von ca. 15-20 m3/s. In Weinhübel befinden sich auf den Neißeauen die Trinkwasserbrunnen, die der Trinkwassergewinnung u.a. für das Stadtgebiet dienen. Bei der Obermühle kann man die Neiße flussaufwärts mit dem Boot erkunden. Geangelt wird in der Weinlache und in der Altstadt lädt die Uferpromenade zum Flanieren ein.

Fotoimpressionen

Geologie

Der Verlauf der Ur-Neiße lässt sich durch Sedimentreste alter Flußablagerungen über das gesamte Eiszeitalter bis vor ca. 1 Million Jahre rekonstruieren. Zur Identifizierung und Abgrenzung der Ur-Neiße-Sedimente gegenüber anderen fossilen Fluß- oder Schmelzablagerungen dienen die Neiße-Leitgerölle, wie z.B. Riesengebirgsgranit-Feldspäte oder Neiße-Achate.

Aufgrund dieser Leitgeröllführung ist bekannt, dass die Neiße, wie auch andere Flüsse der Oberlausitz, ihre heutigen Talverläufe erst nach der Elsterkaltzeit (weiter im Norden erst nach der Saale-Kaltzeit) anlegten, da nach dem Abschmelzen des Elster-2-Eises vor etwa 300 000 Jahren das vorhergehende Relief vollkommen verschüttet war und die Flüsse, wie die Neiße, sich neue Wege schufen. Vorher floss die Neiße von Zittau über Bernstadt nach Hagenwerder und über das heutige Polen nach Niesky. Das belegen ca. 1 Mill. Jahre alte, früheiszeitliche Relikte der Neiße-Hochterasse, wie z.B. in Altbernsdorf.

Aufgrund der Hebung des Lausitzer Massivs schnitt sich die Neiße seit der Saale-Kaltzeit vor ca. 250 00 Jahren in den festen Gesteinsuntergrund ein und bildete teilweiße markante Engtäler, sogenannte Skalen. So besonders auffällig zwischen Hirschfelde und Ostritz, aber auch auf kurzer Strecke im Stadtgebiet von Görlitz auf der Höhe der Peterskirche.

Weiter nördlich wurde der Flußverlauf der Neiße nach der Anlage des Lausitzer Urstromtales vor etwa 120 000 Jahren nach Westen umverlagert, wo die Neiße und weitere aus Süden kommende Flüsse den sogenannten Lausitzer Strom bildeten. Das Urstromtal entstand aufgrund des Abschmelzens des Saale-2-Eises, deren Vorstoß unmittelbar nördlich des Urstromtales zum Stillstand kam (Lausitzer Grenzwall mit Muskauer Faltenbogen). Das Umlenken der Neiße belegen z.B. Schotter mit Riesengebirgsgranit-Feldspäten im Tagebau Nochten („Nochtener Neißelauf“). Aufgrund der Verfüllung des Urstromtales und weiterer Erosionsprozesse im nördlich angrenzenden Lausitzer Grenzwall (=Endmoräne des Saale-2-Eisvorstoßes) brach vor 20 000 Jahren, im Hochglazial der Weichsel-Kaltzeit, die Neiße nach Norden aus und entwässert erst seit dieser Zeit über Bad Muskau zur Oder.

Mit der kontinuierlichen Hebung der Oberlausitz während des Eiszeitalters kam es zum Einschneiden der Flusstäler, so auch des Neißetales. Dadurch wurden die Flussterrassen, die besonders mächtig in den Übergängen zwischen den Warm- und Kaltzeiten aufschotterten immer tiefer abgelagert. So finden wir heute die ältesten Terrassen auf den Anhöhen bis ca. 30 m über der Neiße und die jüngste Terrasse der Nacheiszeit 1-2 m über dem heutigen Neißeniveau. Stark vereinfacht lassen sich bei der Neiße folgende drei Flussterrassen unterscheiden: die früheiszeitliche Neiße-Hochterrasse (z.B. Wespenberg bei Niesky oder Weiße Kiese von Altbernsdorf), die frühsaalekaltzeitliche Neiße-Haupt- oder Mittelterrasse (z.B. Stadtpark von Görlitz) und die frühweichselkaltzeitliche Neiße-Niederterasse (z.B. Spielplatzgelände der Kulturinsel Einsiedel bei Zentendorf).

Biologie

Neben diversen Fischarten sind auch Fledermäuse zu beobachten.

Hochwasser

Die Messung des Pegelstandes begann im Jahre 1912. Anfang 2015 konnte mit dem Abriss der ehemaligen Yeti und Volltuch Produktionsstätten am Ufer (Zur Tischbrücke) der Neiße eine bessere Ausbreitung bei Hochwasser ermöglicht werden.

1981

Pegelstand 6,78m

2010

Das Hochwasser 2010 hat beträchtlichen Schaden angerichtet. Am 8. August 2010 wurde ein Pegelstand von 7,00m gemessen.Die Straßen und Häuser in unmittelbarer Nähe sowie der Stadtteil Hagenwerder und Weinhübel wurden stark betroffen. Starker Regen und der Bruch der Staumauer am Witka-Stausee in Polen führten zu diesem Hochwasser. es handelt sich um das schlimmste Hochwasser seit 1897. Am 28. September kommt es aufgrund starker Regenfälle erneut zu einem Hochwasser.

Lage

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Weblinks

Wikipedia