Christian August Struve

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Ölporträt von Christian August Struve im Barockhaus

Christian August Struve ( *1767 in Görlitz; † 6. November 1807 in Görlitz), war Görlitzer Arzt und Apotheker. Von seinem Vater übernahm er die Apotheke auf dem Untermarkt. Er setzte sich für die Einführung der Kuhpockenimpfung als Pflichtimpfung ein. 1807 verstarb er an Typhus und ist auf dem Nikolaifriedhof beigesetzt.

Leben

Christian August Struves Grabstein

Christian August Struve war der einzige Sohn des Apothekers, der 1771 die Ratsapotheke gründete. Auf Wunsch seines Vaters, studierte Christian August in Leipzig Medizin, obwohl sich Christian August gern der Theologie gewidmet hätte. Er promovierte mit der Arbeit :"Über den Einfluss des Schreckens auf den menschlichen Körper".

Nach dem Tod seines Vaters musste er mit 24 Jahren dessen Apotheke übernehmen. Aus seiner Position als Arzt heraus sah er, dass Armut, Unwissenheit und Aberglaube oft mit schlechten hygienischen Zuständen einhergehen, die wiederum Auslöser vieler Krankheiten sind. Struve erkannte, daß man zuerst diese Zustände ändern muss, um Krankheiten erfolgreich zu behandeln. Mit seinen "Noth- und Hülfstafeln" zur Hebammenausbildung, für die Kinderbehandlung und zur Unfallhilfe, leistete er weit über die Grenzen der Oberlausitz hinaus Aufklärungsarbeit.

1791 wurde er Mitglied der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Er publizierte und übersetzte zahlreiche Fachartikel (50 Einzelschriften, 40 Zeitschriftenartikel). Dies brachte ihm Ehrenmitgliedschaften in vielen medizinischen Gesellschaften ein.

1798 publizierte Edward Jenner ein Impfverfahren gegen Pocken. Da diese Methode damals sehr umstritten war, testete er die Erfindung der Kuhpockenimpfung drei Jahre lang. Dazu ließ er Kinder armer Familien impfen. Diese erhielten dafür 6 Groschen. Eine Impfpflicht konnte Christian August Struve damals nicht durchsetzen.

Während der Napoleonischen Kriege war er Etappenarzt. Bei den verwundeten Soldaten infizierte Struve sich mit Typhus und verstarb. Er wurde mit militärischen Ehren auf dem Nikolaifriedhof beigesetzt. Sein Grab trägt die Inschrift: "Schön ist und ehrenvoll der Tod fürs Vaterland, doch schöner noch der Tod, den er durch Wohltun fand".

Weblinks

Biographisches Lexikon der Oberlausitz