Schlauroth

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Über Schlauroth

Das Dorf Schlauroth liegt am westlichsten Ende von Görlitz und schließt unmittelbar an den Stadtteil Rauschwalde an. 1994 wurde der Ort zu Görlitz eingemeindet. Mit dem Bau eines Rangierbahnhofes erlangte Schlauroth als "Eisenbahnerdorf" an Bedeutung. Ein kleines unscheinbares Haus, Schlauroth Nr.14, direkt an der B 6, gegenüber der "Eisenbahn" gelegen hat eine sehr interessante Vergangenheit. Es diente im 19.Jahrhundert als Steuerhaus, war besetzt mit einem Steueraufseher und einem Torkontrolleur. Nach dem Bau der neuen sechs Steuerkontrollhäuser rund um Görlitz war wohl dieses Gebäude überflüssig geworden. Es soll sich um ein Schinkelsches Zollhaus handeln. Ein gleiches Gebäude wurde vor nicht so langer Zeit auf der Kanone (B 6) abgerissen. Im Jahre 2013 begannen Sanierungsarbeiten an diesem Zollhaus.

Da Schlauroth keine eigene Kirche besitzt, schloss man sich der ev. Kirche in Jauernick und Kunnerwitz an. Aufgrund ihrer Nähe werden aber heute die Kirchgemeinden in Rauschwalde bevorzugt. Das Rittergut bildete das Verwaltungszentrum des Dorfes. Bis 2005 war es bewohnt und wechselte 2013 den Besitzer.

Die Bezeichnungen bzw. Schreibweisen der Ortschaft wechselten oftmals: 1285 : Slurath juxta Landiscrone, 1327: Slurat, 1342: Slurot, 1408: Schluwert, 1427: Slaurod, 1455: Slawroth, 1517: Slawrot, 1559: Schlaurot,1567: Schlauret

Daten

  • Postleitzahl: 02827
  • Größe: 3,85 km2
  • Einwohnerzahl: 359 (Stand Februar 2009)

Ortschaftsbüro: Dorfstraße 66a

Geschichte

  • 1285 - Ersterwähnung als "Villa Slurath juxta Landiscrone"
  • 1643 - Ersterwähnung des Rittergutes
  • Seit 1791 wird der Name "Schlauroth" geführt
  • 1802 - Bockwindmühle abgebrochen und nach Jauernick verkauft[1]
  • 1823 - Gründung eines Schulverbandes mit Holtendorf, Rauschwalde, Klein Biesnitz
  • 28.4.1857 - Beschluß zum Bau der 'Neuen Schule'
  • 1871/72 - Bau des Spritzenhauses der Freiwilligen Feuerwehr
  • 3. Mai 1889 - Hochwasser, Mühlteich lief über.[2]
  • 1905 - Einweihung des Eisenbahn-Haltepunktes Schlauroth
  • 1909 - Errichtung des Rangierbahnhofs
  • 1909 - Elektrifizierung des Dorfes
  • 1928-1936 - Bau der Görlitzer Straße (F6 Görlitz West)
  • 1969- Schließung der Schule (Ersatz ist die 1.POS in Biesnitz, ehemalige Gaststätte Hohenzollernburg)
  • 1.1. 1972 - Vereinigung zur Landgemeinde Pfaffendorf-Schlauroth
  • 1.7.1973 - Gründung des Gemeindeverbandes "Schöpstal" (7447 Einwohner)
  • 30.6. 1984 - wieder selbstständige Landgemeinde
  • 1994 - Eingemeindung nach Görlitz
  • ca. 2006 - Letzte Gleise des Rangierbahnhofes entfernt
  • 2010 - das renovierte "Eisenbahnerhaus" (Dorfstraße 1) füllt sich wieder
  • 2010 - Eisenbahnbrücke wird im Einschiebeverfahren durch Neubau ersetzt
  • August-Oktober 2012 Straßenabschnitt um den Durchlass des Schlaurother Wassers an der Schlaurother Straße erneuert
  • 21. September 2012 - Übergabe des Trimm-Dich-Pfad entlang des Kirchwegs durch OB Deinege
  • Januar 2013 Stadt erwirbt stillgelegte Flächen am Rangierbahnhof für ein Gewerbegebiet[3]
  • 28. Februar 2013 - Gründung des "Heimatverein Schlauroth e.V."
  • März 2014 - Erweiterung des Trimm-Dich-Pfades um einen Bienenlehrpfad.
  • Mai 2014 - Abriß der ehem. Gaststätte "Zur Eisenbahn" zugunsten eines Wohnhauses
  • 25. Mai 2014 - im Ortschaftsbüro werden ausnahmsweise Wahlen zum Ortschaftsrat, Stadtrat,Kreistag und zur Europawahl abgehalten.
  • Juni-August 2017 - Bau eines Entwässerungsstreifens entlang der Schlaurother Straße[4]


(Quelle: Ortschronik von Kurt Rose 1988, Digitales Ortsverzeichnis v. Sachsen)

Fotoimpressionen

Mühlen

Eine Bockwindmühle stand bis ca. 1802 "auf der Höhe, wo der Gärtner Nr.4 wohnte"[5]. Der Gutsbesitzer Johann Michael Meißner(*9.9.1752;†21.4.1812) verkaufte die Mühle an den Jauernicker Bauern Johann Gottfried Kieslich[6].

11. April1823 Die Erben des Mahlmüllermeisters Samuel Jackisches versteigern die "Wassermahl-Mühle"[7]. 13. Juni1912 muss der Bäcker Paul Kallus seine Bäckerei,Wohnhaus mit Mühle, Verkaufsladen, Hofraum, Hausgarten, Holzschuppen,Rollkammer und Geräteschuppen(Grdb. Schl.Nr.1, Blatt 31) versteigern lassen[8].

Lage

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Historische Karten

Weblinks

Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen

Fußnoten

  1. Günther Rapp, Mühlenarchiv, Bd.3, S.122
  2. Neuer Görlitzer Anzeiger, 3.5.1889. Hinweis in Günther Rapp, Mühlenarchiv, Bd.18, S.173
  3. [http://www.sz-online.de/nachrichten/neues-gewerbegebiet-steht-erst-am-anfang-2573096.html Neues Gewerbegebiet steht erst am Anfang], Sächsische Zeitung, 14.5.2013
  4. "Entwässerungsgraben auf Schlaurother Straße wird ausgebaut", Amtsblatt, Jg.26 Nr.6 vom 20.6.2017, S.5
  5. Günther Rapp, Mühlenarchiv, Bd.9, S.150
  6. Görlitzer Anzeiger, 7.5.1812
  7. Günther Rapp, "Neuer Görlitzer Anzeiger vom 20.März 1823", Mühlenarchiv, Bd.63, S.71
  8. Günther Rapp, "Neuer Görlitzer Anzeiger vom Mi.,den 22.Mai 1912",Mühlenarchiv, Bd.29, S.191